Firmenname - Friedrich Christian Laukhard
Laukhards Lebensdaten

Friedrich Christian Laukhard
*7.6.1757 in Wendelsheim, + 29.4.1822 in Kreuznach, Politischer Schriftsteller

„Wenn wir von Goethe oder Herder reden, von Kant und Fichte, so dürfen wir von Magister Laukhard nicht schweigen! Er müßte in Erz gegossen auf dem Sockel des Goethe-Schiller-Denkmals in Weimar zu Füßen der Großen sitzen. 

...unmittelbarer, vollkommener und besser als es Hunderte und Aberhunderte abstrakte verallgemeinernde wissenschaftliche Darstellungen, Geschichts-Philosophien und Kulturgeschichten vermöchten, führen und die Ich-Bekenntnisse eines Laukhard hinein in das Leben am Ausgang des 18. Jahrhunderts...“ 

Diese apodiktische Forderung eines Rezensenten anläßlich der Neuausgabe der Autobiographie von Friedrich Christian Laukhard durch Petersen im Jahr 1908 ist, zwar nicht in Erz sondern in Stein, in Erfüllung gegangen. 

Die Gemeinde Wendelsheim, in dessen Pfarrhaus am 7. Juni 1757 Friedrich Christian Laukhard geboren wurde, hat ihrem großen Sohn in einer eindrucksvollen Feierstunde im Sommer 2002 einen Gedenkstein enthüllt. 

Friedrich Christian Henrich Laukhard war das dritte Kind des lutherischen Pfarrers Philipp Burkhard Laukhard (1722-1789) und seiner Ehefrau Charlotte Dorothea geb. Dautel (1732-1812), einer Enkelin des Straßburger Rechtsgelehrten Johannes Schilter Wendelsheim war im 18. Jahrhundert ein Dorf in der Pfalz und gehörte zur Rheingrafschaft Grehweiler. Gebieter war seit 1740 der Rheingraf Carl Magnus (1718-1793). 

Durch seinen Vater, einem aufgeschlossenen Freigeist und Anhänger der Philosophie Wollfs, wurde Laukhard früh mit dem Gedanken der Ausklärung vertraut gemacht. Von ihm erhält er ersten Unterricht und bezieht 1770 das Gymnasium in Grünstadt. Im Herbst 1774 beginnt er auf Betreiben seines Vaters ein Theologiestudium auf der Universität in Gießen. Mitten im studentischen Treiben stehend und eine führende Rolle im Studentenorden einnehmend, wird Laukhard stark von den Vorlesungen des Theologen Karl Friedrich Barhdt (1741-1792 beeinflußt. 

Den drei Gießener Jahren schließt sich ein Studienjahr auf der damals berühmten Universität Göttingen an, wo er ein ruhiges und intensives Studium absolviert. 1779 kehrt Laukhard in die Heimat zurück und bewirbt sich um eine Pfarrstelle. Trotz feiner Studia, die er aufzuweisen hat, findet er wegen seiner vorgehaltenen Liederlichkeit und seinem Leichtsinn nur schwer eine Anstellung als Pfarrvikar, zunächst in Udenheim und später in Obersaulheim, wird aber nach kurzer Zeit wieder vom Amt suspendiert. 

Auf Vermittlung von Professor Johann Salomo Semler (1725-1791), Theologieprofessor in Halle, einem Studienfreund seines Vaters, tritt Laukhard 1782 eine Stellung im Waisenhaus in Halle an, promoviert 1783 an der dortigen Universität zum Magister und habilitiert sich kurz darauf mit einer Dissertation über italienischen Renaissance-Philosophen Giordano Bruno. 

Doch schon zu Weihnachten des Jahres 1783 fasst er in der wegen seiner Schulden ausweglos gewordenen Lage den als sensationell empfundenen Entschluß, als Soldat der preußischen Armee beizutreten. Während der Soldatenzeit in Halle lernt er italienisch, unterrichtet in den älteren Sprachen und liest die lateinischen Klassiker. 1787 macht er die Bekanntschaft mit dem Buchhändler und Schriftsteller Franz Heinrich Bispink (1749-1820), der ihm seine Bibliothek zur Verfügung stellt, so daß Laukhard sich mit der zeitgenössischen Literatur vertraut machen kann. 1791 beginnt er seine schriftstellerische Tätigkeit mit “Beiträge und Berichtigungen zu Herrn D. Karl Friedrich Bahrdt`s Lebensbeschreibung“. 

Sein ruhiges Leben in der Garnison wird 1792 jedoch unterbrochen, da sein Regiment zum Kampf gegen das revolutionäre Frankreich zieht. Die Begebenheiten während der Kampagne in Frankreich, einschließlich der Kanonade von Valmy, schildert Laukhard sehr ausführlich und mit entlarvender Offenheit in seiner Autobiographie „Leben und Schicksale“, welche heute als eines der ersten Antikriegswerke betrachtet wird. 

In „Leben und Taten des Rheingrafen Carl Magnus“, in der auf seine Heimat bezogenen Schrift, schildert Laukhard 1898 Gegebenheiten und Vorkommnisse am Hof des despotischen Rheingrafen in Grehweiler. Laukhard ist von 1804 bis 1811 Pfarrer in der Gemeinde Veitsrodt bei Idar-Oberstein und verfaßt in dieser Zeit noch zahlreiche Schriften. Danach verlieren sich mehr und mehr seine Spuren. Belegt ist, daß er seinen Lebensabend in Kreuznach verbringt. Dort ist festgehalten, daß der „nicht unberühmte Haller Dozent und preußische Grenadier“ Privatunterricht in den alten Sprachen für Schüler des dortigen Gymnasiums erteilt, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Laukhard starb am 29.4.1822 in Kreuznach. 

Homepage
zur Verfügung gestellt
von Vistaprint