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28. September 1792 Valmy Hans: unbegreiflich – Preußische Kriegserklärung

Es ist ganz gewiss, dass der Herzog von Braunschweig notgedrungen den ersten Vorschlag um Waffenstillstand getan hat. Dumouriez nahm diesen Vorschlag aus Gefälligkeit gegen uns an und hatte, wie mich dünkt, hinlängliche Ursache dazu. Er konnte nämlich hoffen, dass der König von Preußen Friede mit den Franzosen machen würde und so hatte die Republik – denn Frankreich war damals schon eine – einen mächtigen Feind vom Halse. 
 
Friedensangebot
In dieser Absicht schickte er eine Erklärung ins preußische Lager, worin er mit den besten Gründen und starker männlicher Beredsamkeit die Vorteile darlegte, welche Preußen aus dem Frieden mit Frankreich ziehen konnte. Ob man aber Dumouriez’ Gründe für gültig ansah oder nicht, kann ich nicht sagen, genug, der Herzog schickte, ohne auf des französischen Generals Vorstellungen zu achten, demselben am 28. September abermals ein Manifest, welches zwar den gebieterischen Ton des Koblenzer Aufsatzes (in französisch) nicht führte, doch aber noch immer die Herstellung Ludwigs XVI. und des erblichen Königtums erwähnte. 

Und diesem Manifeste, welches zu gar nichts nützen konnte, ist denn auch der tragische Rückzug der Deutschen, der Einfall des Cousine in die diesseitigen Rheinländer und das daraus entstandene Elend so vieler Tausender von Menschen anzurechnen! 

Antwort: Kriegserklärung
– Ein weiteres Manifest dem Herzog von Braunschweig untergeschoben?
Es ist unbegreiflich, wie ein Fürst, ein so hellsehender Fürst, als der Herzog von Braunschweig ist, es übersah, dass er mit einem Feinde zu tun hatte, den er mit Gewalt nicht mehr zwingen konnte und dass er trotz unsrer jämmerlichen Lage es dennoch wagte, diesem Feinde eine abermalige Kriegserklärung zuzuschicken. Ich mag diesen Punkt, dessen Resultate von selbst in die Augen fallen, nicht weiter verfolgen, glaube aber immer, dass dieses Manifest dem weisen Fürsten neuerdings extorquiert ist.

Große Gefahr
Dumouriez nahm das Manifest auf, wie ermusste. Er erklärte in einem Brief an den General von Manstein, dass nun aller Waffenstillstand aufgehoben sei und dass die Feindlichkeiten ihren Anfang wieder nehmen müssten. 

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