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Der Krieg geht weiter...

29. Juli 1793 Forst: Der Unsinn des Viktorisierens- "man sollte billig auf den Frieden warten" - "Jetzt schossen wir heute Viktoria und in kurzer Zeit wussten wir vor Angst und Schrecken nicht zu bleiben."

In Forst mussten wir viktorisieren oder das Gewehr einigemal losschießen, weil ein General unsrer Verbündeten einigen Vorteil über den Feind gewonnen hatte. 
Die Siege waren größtenteils unbedeutend und des Pulvers nicht wert. 

Die Franzosen mokierten und erbosten sich allemal darüber und ihre Ehrbegierde wiegelte sie reger gegen uns auf. Bei uns aber erregte es Verdruss und Murren, weil die Soldaten hernach ihre Gewehre für nichts und wieder nichts putzen mussten.

# 28. Juli 1793 Tiefental: Fuß vertreten

Auf dem Marsch von Tiefental nach Forst am 28. Juli hatte ich bei Neuleiningen das Unglück in der stockfinsteren Nacht meinen rechten Fuß zu vertreten und musste daher auf einem Baurnkarren gefahren werden. Ein barmherziger Bruder von Deidesheim gab mir einen guten Spiritus und in drei Tagen war mein Fuß wieder hergestellt.

# 30. / 31. März 1793 Alsheim: Trügerische Sicherheit für den preußischen König - Wäre der König gefangen und nach Landau gebracht worden, so hätte der Krieg in kurzem ein Ende. Wer weiß, ob die Fortdauer desselben nicht noch tausend Elend über Deutschland und über die ganze Welt bringt...

Der König hatte zu Alsheim am Alt-Rhein, ohnweit Gundersblum, sein Quartier genommen, nachdem sich der französische General Houchard endlich auch von Alzey wegretiriret hatte: denn nun hielt man sich vor den Franzosen ganz sicher. Allein es stand noch ein Haufen bei Oppenheim, welcher zu Cüstines Armee gehörte, und in der Nacht
vom 30 zum 31sten März durchbrechen und eine Anzahl von Kostbarkeiten aus Mainz nach Landau bringen wollte. 

Als sie vollends erfuhren, dass der König von Preußen sein nur schwach besetztes Hauptquartier in Alsheim habe, so wurden sie voll Muth und beschlossen, dasselbe anzugreifen und den König gefangen zu nehmen.

# 30. März 1793: Framersheim - vergnügliche Begegnungen in der Heimat

Unser Regiment, welches zu keiner eigentlichen Attacke gekommen war, ob es gleich, wie die andern alle, dem Feinde mitnachrennen musste, kam den 30ten März nach Framersheim, wo wir über Nacht blieben. 

In diesem Orte ist mein Vetter Laukhard Pfarrer, eben der, welcher ehedem mit
Doctor Bahrdt zu Heidesheim in Verbindung gestanden war. Ich war recht froh, diesen ehrlichen Mann, der sich immer als mein Freund bewiesen hatte, wieder zu umarmen. Er lebt recht glücklich mit einer schönen, ehrwürdigen und vernünftigen Frau, welche den Beifall aller unsrer Compagnie-Offiziere, besonders meines Hauptmanns, des Hn.

# 28. März 1793: Ruhetag in Stromberg - Touristinformation über Stromberg und Literaturkritik und Presseschelte - weiter geht's über Kreuznach, Wendelsheim, Odernheim, Steinbockenheim, Flonheim Alzey - Franzosen auf panischer Flucht

Unſer Regiment hatte den 28ten März in Stromberg Ruhetag. Stromberg ist eine alte, unansehnliche Stadt, worin man an hellem Tage den Hals brechen kann: so bergig, klippig und uneben ist alles. Das dabei stehende alte Schloss, woselbst sich die Franzosen postirt hatten, war ehedem der Sitz des Fust von Stromberg, welchen mein
Landsmann, der Hofgerichts-Rath Meier, durch ein treffliches Schauspiel unsterblicher gemacht hat, als eine gewisse historische Sudelei den braven Hermann Riedeſel je machen kann.

# Ende März 1793: Begebenheiten bei Stromberg, Bingen und Kreuznach

Ich kann mir es noch nicht recht erklären, warum die Franzosen uns so ganz ungehindert über den Rhein gehen, und bis Kreuznach und Stromberg vorrücken ließen. Es war wohl blos Sorglosigkeit ihrer Anführer, und gar zu großes Zutrauen des Generals Neuwinger auf seine Schanze bei Kreuznach und auf die Postierungen bei Stromberg und Bingen. 

Bei Stromberg und Bingen kostete es den Preußen wenig Mühe, die Franzosen wegzujagen: ein panischer Schreck hatte sie einmal befallen.

21. März 1793 Caub: Unser Zug über den Rhein - touristische Informationen über Bachacharach und Pfalz im Rhein

Den 21. März brachen wir endlich auf und marschierten abwärts, um den Rhein bei Caub zu passieren. Caub ist eine alte Stadt und gehört dem Kurfürsten von Pfalzbayern. Sie ist berühmt wegen ihrer Schiefergruben und besonders wegen des dortigen guten Weinwuchses. Die Einwohner zu Caub sind aber grobe, ungeschliffene Menschen, sprechen eine Sprache, ärger als die Hunsrücker und hassen einander gar mächtig wegen der Verschiedenheit ihres Glaubens. Die Preußen, welche bei Lutheranern einquartiert waren, hatten es gut, diejenigen aber, welche bei Katholiken lagen, wurden von diesen als Ketzer angesehen und schlecht behandelt.

März 1793 im Hessischen: Des Soldaten neue Kleider...

Schade war es für unsere Leute, dass die neue Montur gerade erst den Tag vor dem Abmarsch ausgegeben wurde; denn die alte konnte man doch nicht mitnehmen und zum vorteilhaften Anbringen war keine Zeit mehr. Man musste sie also an die Juden verkaufen, wie man nur konnte.

Als unsre Leute wieder gekleidet und mit ihrem Zubehör hinlänglich versehen waren, so schien es, dass sie wieder neuen Mut bekommen hatten. "Nun sind wir gekleidet", hieß es, jetzt können wir die Franzosen nur wieder angreifen.

# 21. Januar 1793 Paris: Louis VI. hingerichtet - Diskussion in der preußischen Armee

Die  Hinrichtung  des armen  LudwigsXVI.  verbreitete, sobald sie bekannt wurde - und das wurde sie sehr bald - in der ganzen Armee anfänglich Schreck und Unwillen gegen ein Volk, welches sogar seinen König hätte hinrichten können.

Nun hieß es, kann es den Franzosen nicht mehr gut gehen. Nun muss Gottes Zorn und Rache sie verfolgen, man wird das bald genug sehen. In allen Gesellschaften, in allen Wirtshäusern und Schenken wurde von nichts gesprochen als von der abscheulichen Hinrichtung des armen Königs von Frankreich.

# 6. Januar 1793 Hochheim: ...nicht mehr französisch - Lügen über die wahre Lage der Preußen und Franzosen

Am 6. Januar 1793 schlugen die Preußen die Franzosen bei Hochheim und von dieser Zeit an wurde Hochheim von unsern Truppen besetzt. Die gefangenen Franzosen wurden mit Trommeln und Pfeifen durch die Dörfer und Städte bis nach Frankfurt gebracht und demJanhagelstand es in allen Orten fei, diese Gefangenen mit Schreien und Schimpfen zu insultieren.

Die Frankfurter, eine äußerst neugierige und fabelhafte Nation, zogen ihnen zu mehreren Tausenden entgegen und begleiteten sie mit unbändigem Geschrei und Jubel bis in die Stadt.
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