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Krieg den Hütten...

#4. September 1792: Zu erschöpft zum Desertieren

Den zweiten Tag kamen wir der französischen Armee oder vielmehr einem Korps derselben nahe. Wir marschierten zwar den ganzen Tag, aber so jämmerlich, dass wir jedesmal eine halbe Stunde vorwärts machten und hernach wieder eine Stunde, auch wohl länger, im Kote herum stillelagen wie die Schweine. Ich wurde, so wenig mich sonst Strapazen niederbeugen, auf diesem langen Marsche so unmutig, dass ich meine Lage verwünschte und  wäre ich nicht so erschöpft gewesen, zu den Franzosen übergegangen wäre, so sehr ich die Deserteure sonst auch hasse.

Verdun 3. September 1792: Abmarsch im Regen

Im Lager von Verdun hatten wir noch immer so halb und halb zu leben, aber von nun an litten wir Elend und Mangel, bis wir auf die deutsche Grenze zurückkamen. Wir brachen von Verdun mitten im Regen auf und marschierten den ersten ganzen Tag im Regen fort. Unser Brot hatten wir größtenteils im Lager liegen lassen, weil wir ohnehin genug belastet waren und durch den abscheulichsten Kot waten mussten.

Verdun 2. September 1792 – vom Heldentum und dem Mein und Dein im Kriege

Als Beaurepaire sah, dass für ihn nichts mehr zu tun sei, erklärte er, dass er wenigstens er frei sterben wolle und erschoss sich im Beisein mehrerer Bürger und Offiziere. 
Diese heldenmütige  Aufopferung des braven Kommandanten brachte die Verduner nicht zur Besinnung – und so wurde die Stadt von dem nachher auch emigrierten Nyont  den Preußen übergeben.
...Also wurde Verdun von den Preußen besetzt  und die französische Garnison, welche wie die zu Longwy größtenteils aus damals noch ungeübten Nationalgarden bestand, erhielt freien Abzug.

31. August 1792: Verdun unter Beschuss – Nachrichten zur Lage der Geistlichkeit

Nach dieser deutlichen Erklärung < – Verdun will sich nicht kampflos ergeben– >  ließ der Herzog auf einem Weinberge gerade der Zitadelle  gegenüber Schanzen aufwerfen und die Stadt beschießen. Dieses hatte die Folge, dass einiger Brand entstund – und nun forderten die Bürger oder vielmehr der Bürgerausschuss, dass Beaurepaire die Stadt öffnen sollte.
 
Kirchensachen...
Verdun stand ehedem in  Kirchensachen  unter dem Erzbischöfe von Trier.

1792 - Verdun gefällt sehr – und noch mehr seine Einwohner

Herr von Mandelsloh, mein Hauptmann, schickte mich gleich am folgenden Tage nach  Verdun  und ich begab mich recht gern dahin, weil ich begierig war, diese alte, berühmte Stadt näher kennen zu lernen. 

Die Festungswerke von Verdun sind eben nicht sehr beträchtlich, deswegen  hat man  Thionville  und Longwy, nach unserem Hingehen, mehr befestigt, aber Verdun liegen lassen, weil es von einigen Bergen kommandiert wird, von welchen her es leicht zu beschießen ist.

29. August 1792 - Einnahme von Verdun

Wir brachen nach einem ohngefähr zehntägigen Aufenthalt aus dem Lager bei Langwy auf und marschierten querfeldein auf  Verdun  zu. Der Boden war sehr feiste, hing an und wir sahen aus, wer weiß wie! Schon bei Luxemburg hatte die preußische Reinlichkeitein Ende. Jeder putzte sich, wie er grad für gut fand und niemand sagte was, wenn auch einer einhertrat, wie es ging.

Unterwegs hier sah ich die ehemals berühmte Abtei Chatillon, welche die Nation schon damals verkauft und die Güter dazu, die gar beträchtlich waren, unter die Nachbarn verteilt hatte.

Ende August 1792 Longwy - von schmutzigen Geschäften und wichtigen Ziegen

Mein Hauptmann schickte mich einigemal nach Longwy um allerhand für ihn einzukaufen. Ich benutzte die Gelegenheit mich auch hier nach der neuen Lage der Dinge in Frankreich zu erkundigen, und hörte, sobald die Leute vertraut wurden, mehr als ich erwartete. 

Die französischen Magazine zu Longwy waren recht gut versehen. Da sie nun in die Hände der Preußen fielen, so ließ der  Herzog  uns einige Mal Tobak, Branntwein, gesalzenes Fleisch, Speck und dergleichen daraus reichen.

Ende August 1792 bei Longwy - Gedanken zu den Auswirkungen der Französischen Revolution

Das Wetter war die ganze Zeit, als wir bei Longwy standen, schlecht. Es regnete ohne Unterlass und der Boden, welcher in Lotharingen ohnehin überall steif und leimigt ist, war beinahe ganz ungangbar: er hing sich an, wohin man nur trat. Die Lebensmittel waren hier sehr teuer und das Brot, welches die französischen Bauern uns zuschleppten, musste fast mit Gold aufgewogen werden.  Unser Hauptmangel war an gutem Wasser. In diesen Gegenden ist das Wasser überhaupt schlecht, und die elende Kost mit dem Mangel an gutem Getränke verbunden, dann das traurige Wetter nebst anhaltender Kälte vermehrten die Krankheiten ohne Aufhören.

Auf nach Longwy

Am 20. August hatten wir schönes Wetter, allein wir wurden doch erst gegen Abend völlig trocken, weil wir den Tag vorher gar zu nass geworden waren. Der Herzog befahl, erst Brot herbeizuschaffen, ehe das Lager aufgebrochen werden sollte, und dieses hinderte uns, früh aufzubrechen. Als wir das Lager geräumt hatten, lag alles voll Schafshäute und Kaldaunen von Schafen und Schweinen, welche den Tag vorher geschlachtet waren. Ebenso verhielt es sich mit den Federn von den geraubten Hühnern und Gänsen.

Diesen Tag werde ich nicht vergessen, so lange mir die Augen offen stehen...

Der 19. August war der Tag, an welchem wir in Frankreich einrückten, und diesen Tag werde ich nicht vergessen, solange mir die Augen aufstehen. Als wir früh aus unserem Lager aufbrachen, war das Wetter gelinde und gut, aber nach einem Marsche von zwei Meilen mussten wir halt machen, um die Kavallerie und Artillerie vorzulassen, und während dieses Halts fing es an, jämmerlich zu regnen. Der Regen war kalt und durchdringend, so dass wir alle rack und steif wurden. Endlich brachen wir wieder auf und postierten uns nächst einem Dorfe, das
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